Einen Schiedsrichterausweis hat bei uns Doris Huhn. Der Ausweis ist 5 Jahre gültig, also bis 2016.

Schaut Euch auch die Info's zu unserem Lehrgang an.

Aufgabe 1
Der Alleinspieler spielt Kreuz. Nach dem siebten Stich haben die Gegenspieler 56 Augen. Der Alleinspieler in Vorhand hat noch Kreuz-Bube, Herz-Bube und Herz-Dame. Mittelhand führt noch drei Luschen und Hinterhand hat Pik Bube, Kreuz- und Pik-8. Der Alleinspieler überlegt nun lange, welcher Karte er ausspielen soll. Weil das Hinterhand zu lange dauert, macht sie folgende Bemerkung: Du kannst ausspielen was du willst, du kannst nicht mehr gewinnen. Der Alleinspieler verlangt nun Spielgewinn wegen Kartenverrat. Hinterhand ist der Meinung, dass sie mit der Aussage nicht die Karten verraten hat, da es für den Alleinspieler keine Möglichkeit mehr gibt das Spiel zu gewinnen.
Wie ist zu entscheiden?
Das Spiel ist weiter durchzuführen und entsprechend seines Ausgangs zu werten. Nach ISkO 4.2.9 haben sich alle Mitspieler jeglicher Äußerungen und Gesten zu enthalten, die geeignet sind, die Karten zu verraten oder den Spielverlauf zu beeinträchtigen. Hinterhand kann im vorliegenden Fall anhand seiner Karten feststellen, dass er alleine die Entscheidung herbeiführen wird, ohne das Vorhand oder sein Mitspieler in Mittelhand den Spielverlauf beeinträchtigen können. Es ist gleich, welche Karte Vorhand ausspielt und welche Karte Mittelhand zugibt. Er wird nicht verhindern können, dass Hinterhand mit Pik-Buben einen Stich macht. Dabei ist es gleichgültig, ob Hinterhand den Herz-Buben oder die Herz-Dame von Vorhand sticht; die Gegenpartei bekommt in jedem Fall 60 oder 61 Augen. Die Ausssage von Hinterhand kann daher im vorliegenden Fall nicht als spielentscheindender Eingriff bewertet werden. Daher liegt auch kein Kartenverrat vor. Anders wäre zu entscheiden, wenn Hinterhand zum Spielverlust des Alleinspielers noch Augen ihres Mitspielers benötigen würde. In diesem Fall würde es sich um Kartenverrat handeln weil sie mit ihrer Aussage dem Mitspieler einen Hinweis daurauf gibt, dass sie noch einen Stich macht.

 

Aufgabe 2
Nach dem 7. Stich ist das Spiel noch nicht entschieden. Der Alleinspieler sagt an „es gibt nichts mehr, der Rest zu mir“ ohne seine Karten zu zeigen. Ein Gegenspieler macht wirklich keinen Stich mehr und wirft die Karten sichtbar auf den Tisch. Der andere Gegenspieler hält jedoch den König zu dritt und wird noch einen Stich machen.
Wie ist zu entscheiden?
Es ist immer zuerst zu prüfen, wer Verursacher ist. Im vorliegenden Fall ist der Verursacher der Alleinspielers. Durch das offene Hinwerfern der Karten kann kein Kartenverrat (4.2.9) vorliegen. Der Alleinspieler hat seine Karten jedoch nicht gezeigt, sondern nur eine äußerung getätigt. Er muss also auch nicht nach 4.3.4 ISkO alle Stiche machen. Er muss jedoch das sichtbar werden der Karten in Kauf nehmen. Im geschilderten Fall hat der Gegenspieler seine Karten wieder aufzunehmen, das Spiel wird fortgesetzt und entsprechend seinem Ausgang gewertet.

 

Aufgabe 3
Mittelhand reizt 80 und bekommt das Spiel. Sie sagt Grand, Schneider an. Während des Spielverlaufs ist erkennbar, dass Mittelhand ohne Kreuz Bauern (also ohne 1) gespielt hat.
Wie ist zu entscheiden?
Mittelhand hat das Spiel mit 192 Punkten verloren. Nach 3.4.1 ISkO muss eine Spielansage vollständig sein. In diesem Fall hat Mittelhand die Handansage unterlassen. Demnach hat sie "nur" Grand ohne 1, Schneider = 72 gespielt, hätte aber schwarz spielen müssen.

 

Aufgabe 4
Vorhand spielt Grand. Sie legt den Kreuz Buben. Mittelhand legt den Karo Buben und Hinterhand eine Lusche. Vorhand legt daraufhin den Pik Bauern. Mittelhand legt den Herz Buben und Hinterhand eine Lusche. Erst jetzt nimmt Vorhand beide Stiche und legt sie auf den eigenen Stapel. Sie bekommt alle Stiche bis auf einen.
Wie ist zu entscheiden?
Vorhand hat den Grand verloren. Nach 4.4.5 ISkO zeigt er mit dem Nichteinziehen der ersten beiden Stiche an, dass er alle weiteren Stiche macht. Dies ist jedoch nicht der Fall.

 

Aufgabe 5
Vorhand spielt Kreuz. Nach dem 4. Stich verwirft sich Mittelhand.Vorhand möchte das Spiel zu Ende spielen. Sie bekommt jedoch nur 57 Augen.
Wie ist zu entscheiden?
Vorhand hat das Spiel verloren. Nach 4.1.6 hat Vorhand auf Weiterspiel bestanden. Der Regelverstoß gilt als nicht begangen.

 

Aufgabe 6
Mittelhand reizt Vorhand. Während des Reizens äußert Hinterhand „Mist, schon wieder keinen Buben “.
Wie ist zu entscheiden?
Der Spieler in Hinterhand ist zu ermahnen sich jeglicher Äußerungen, die Aufschluss über mögliche Kartenverteilungen geben könnten, zu enthalten. Im geschilderten Fall haben Vor- und Mittelhand durch die Äußerungen von Hinterhand jedoch keinen Nachteil. Das Reizen wird fortgesetzt. 4.2.9 ISkO (Kartenverrat) ist erst anwendbar nachdem das Reizen beendet ist. 3.3.9 ISkO (Rücktritt vom bisherigem Reizgebot) hingegen darf nur zur Anwendung kommen, wenn der Skat vor Beendigung des Reizens von einen Mitspieler aufgenommen oder unberechtigt in die Karten eines Mitspielers gesehen wird.